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EU ETS 2: Kommt ein CO₂-Preis auf Kraftstoff und was bedeutet das für Transportkosten?

Die Transportbranche steht erneut vor einer Veränderung. Neben strengeren Umweltzonen, Elektrifizierung und steigenden Kraftstoffpreisen kommt ein weiterer Faktor hinzu, der direkten Einfluss auf deine Kosten hat: EU ETS 2. Für viele Unternehmer wirft das Fragen auf. Was ist EU ETS 2, wann startet es und was bedeutet das konkret für deine Kraftstoffpreise und Margen? In diesem Artikel bekommst du eine klare und praxisnahe EU ETS 2 Erklärung. Außerdem zeigen wir dir, wie dieses System deinen Arbeitsalltag und deine Kostenstruktur beeinflusst.

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Verine van den Heuvel
15. April 2026
4 minuten

EU ETS2 im Überblick: was ist es und wer zahlt?

Um es direkt klar zu machen: was ist EU ETS 2? Es handelt sich um ein neues europäisches Emissionshandelssystem, das sich auf CO₂-Emissionen aus Kraftstoffen konzentriert, insbesondere im Straßenverkehr und im Gebäudesektor. Während das bestehende System vor allem große Industrie und Energieerzeuger betrifft, richtet sich EU ETS Phase 2 gezielt auf den Kraftstoffverbrauch in Bereichen wie Transport.

Der Aufbau von EU ETS-2 ähnelt grundsätzlich dem bestehenden System. Es wird eine Obergrenze für Emissionen festgelegt und Unternehmen müssen Zertifikate für ihren CO₂-Ausstoß erwerben. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch darin, wer betroffen ist. Nicht Transportunternehmen selbst, sondern Kraftstofflieferanten tragen die Verantwortung. Sie müssen genau erfassen, wie viel Kraftstoff sie verkaufen, wie viel CO₂ dabei entsteht und dies an die Behörden melden. Anschließend sind sie verpflichtet, entsprechende Emissionszertifikate zu kaufen und abzugeben.

In der Praxis bleibt das nicht im Hintergrund. Kraftstofflieferanten geben diese zusätzlichen Kosten über den Preis weiter. Das bedeutet, dass letztlich der Nutzer zahlt. Für Transportunternehmen zeigt sich das direkt in höheren Dieselpreisen, ohne dass sie selbst aktiv am Emissionshandel teilnehmen.

Für Unternehmen im Transportbereich wird Kraftstoff dadurch nicht nur teurer, sondern auch komplexer zu kalkulieren. Es reicht nicht mehr, nur den aktuellen Preis an der Zapfsäule zu betrachten. Die Entwicklung des EU ETS 2 Preis wird zu einem festen Bestandteil der gesamten Kostenstruktur. Das erfordert ein Umdenken bei Planung, Kalkulation und Preisverhandlungen.

Wann startet ETS2: 2027 oder 2028?

Auf europäischer Ebene wurde festgelegt, dass EU ETS 2 2027 vollständig in Betrieb gehen soll. Ab diesem Zeitpunkt müssen Kraftstofflieferanten Emissionszertifikate kaufen und abgeben, wodurch sich die Kosten direkt im Kraftstoffpreis widerspiegeln.

Was ist der offizielle Zeitplan und warum ist 2028 im Gespräch?

Der aktuelle Plan sieht vor, dass das System 2027 vollständig wirksam ist und direkten Einfluss auf den Markt hat. Gleichzeitig wurde bewusst eine gewisse Flexibilität eingebaut. Wenn die Energiepreise im Jahr 2026 außergewöhnlich hoch sind, zum Beispiel durch steigende Öl- oder Gaspreise, kann der Start automatisch auf EU ETS 2 2028 verschoben werden. Ziel ist es, Unternehmen und Verbraucher nicht gleichzeitig durch hohe Energiepreise und zusätzliche CO₂-Kosten zu belasten.

Zusätzlich gibt es eine politische Diskussion innerhalb der EU. Einige Mitgliedstaaten stellen die Belastbarkeit für Branchen wie den Transport infrage und sprechen sich für eine generelle Verschiebung auf 2028 aus. Ob es dazu kommt, hängt von zukünftigen Entscheidungen auf europäischer Ebene ab.

Was bedeutet das für den Kraftstoffpreis?

Die wichtigste Frage für viele Transportunternehmen ist, was EU ETS 2 konkret für den Dieselpreis bedeutet. Der EU ETS 2 Preis wird durch den Markt für CO₂-Zertifikate bestimmt und kann daher schwanken. Trotzdem lässt sich die Auswirkung mit einer einfachen Formel gut einschätzen.

Schnelle Rechenregel

Formel: zusätzliche €/Liter ≈ ETS2-Preis (€/Tonne CO₂) × CO₂ pro Liter / 1000

CO₂ pro Gallone (Quelle): 8.887 g CO₂/Gallone Benzin und 10.180 g CO₂/Gallone Diesel. Umgerechnet entspricht das etwa 2,35 kg CO₂ pro Liter Benzin und 2,69 kg CO₂ pro Liter Diesel, basierend auf 1 US-Gallone = 3,785 Liter.

Für Diesel ergibt sich daraus ein klares Bild. Bei einem CO₂-Preis von 50 Euro pro Tonne steigt der Dieselpreis um etwa 13 bis 14 Cent pro Liter. Steigt der Preis auf 100 Euro pro Tonne, liegt der Aufschlag bei rund 27 Cent pro Liter. Für Steuern und Margen bleibt dies eine Annäherung, aber die Größenordnung ist deutlich.

In der Praxis summieren sich diese Kosten schnell. Ein Lkw mit hoher Jahreslaufleistung verbraucht zehntausende Liter Diesel. Eine Preissteigerung von wenigen Cent pro Liter führt schnell zu mehreren tausend Euro Mehrkosten pro Fahrzeug und Jahr. Damit wird EU ETS 2 zu einem festen Bestandteil der Betriebskosten.

Was bedeutet das für Transportkosten und Preise?

Die Auswirkungen von ETS 2 EU gehen über den Kraftstoffpreis hinaus. Sie betreffen die gesamte Kostenstruktur. Kraftstoff ist bereits heute einer der größten Kostenfaktoren im Transport und dieser Anteil wird weiter steigen.

  • In der Praxis wird sich zeigen, dass viele Transportunternehmen ihre Preise anpassen müssen. Ähnlich wie bei der bekannten Dieselzuschlag, aber langfristiger und stärker strukturiert. Während Kraftstoffpreise früher hauptsächlich von Ölpreisen abhängig waren, kommt jetzt ein zusätzlicher politischer und ökologischer Faktor hinzu.
  • Auch Auftraggeber und Verlader werden kritischer reagieren. Höhere Preise werden nicht automatisch akzeptiert. Das bedeutet, dass Unternehmen ihre Kalkulationen besser erklären und transparenter arbeiten müssen.
  • Zudem werden Unterschiede im Wettbewerb deutlicher. Unternehmen, die bereits in effizientere Fahrzeuge oder alternative Antriebe investieren, haben Vorteile. Dazu zählen zum Beispiel elektrische Szm oder Fahrzeuge mit HVO oder LNG.
  • Gleichzeitig bleiben Unterschiede zwischen Ländern bestehen. Nicht jedes Land wird Kosten gleich schnell oder vollständig weitergeben. Das kann Einfluss auf die Wettbewerbsposition im internationalen Transport haben.

Für viele Unternehmer bedeutet das, dass Kostenmanagement noch wichtiger wird. Nicht alle Mehrkosten lassen sich weitergeben. Effizientere Routenplanung, sparsamer Einsatz von Kraftstoff und die richtige Wahl des Fuhrparks werden entscheidend. Möchtest du wissen, welche Fahrzeuge in Zukunft wirtschaftlich interessant sind oder wie du dich optimal vorbereitest? Dann nimm Kontakt mit unseren Experten auf.

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